…but it wouldn‘t be nothing, nothing without a woman or a girl.
Dieses weltbekannte Lied von James Brown aus dem Jahr 1966 könnte nicht besser festhalten, was es bedeutet ein Mann zu sein. Schon Brown war klar, dass der Mann nur meint, das starke Geschlecht zu sein – aber schon von Geburt an die schlechteren Karten gezogen hat, wenn es um Gesundheit und Lebenserwartung geht, und sie im Verlauf seines Lebens häufig schlecht ausspielt.
Tja meine Herren, wie sieht die Realität nun für uns aus? Klar ist natürlich, dass man „den Mann“ und „die Frau“ nicht verallgemeinern kann. Und innerhalb der Gruppe der Männer gibt es große Unterschiede, die etwa entsprechend der Lebensphase und des sozioökonomischen Status sehr variieren können.
Zunächst die Fakten: Statistisch haben Männer eine kürzere Lebenserwartung als Frauen: Ein in Deutschland geborenes Kind kann aktuell als Mann 78 Jahre und als Frau 83 Jahre alt werden. Die gute Nachricht für den Mann: er holt langsam auf. Der Abstand zur Frau schrumpfte in den letzten drei Jahrzehnten um zirka 2,5 Jahre.
Genetisch sind Männer von Geburt an den Frauen gegenüber im Nachteil. Frauen haben ein doppeltes X-Chromosom, auf dem jeweils mehr als 1000 Gene liegen. Männer haben nur ein X-Chromosom und auf dem Y-Chromosom liegen weniger als 100 Gene. Fehlerhafte Gene auf einem X-Chromosom können damit von der Frau besser kompensiert werden.
Männer haben weltweit ein höheres Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden. Dafür gibt es vielfältige Gründe. Männer rauchen mehr, trinken mehr Alkohol, sind häufiger übergewichtig, haben ein fast doppelt so hohes absolutes Diabetesrisiko wie Frauen, sind häufig gestresster in ihrem Beruf, ignorieren gerne auftretende Symptome und gehen seltener oder deutlich später zum Arzt. Auch erkranken wir Männer häufiger an Krebs. Prostata- und Lungenkrebs sind bei uns führend. Dies soll der Forschung zufolge an geschlechtsspezifischen biologischen Faktoren liegen – aber auch an den unterschiedlichen sozialen und soziokulturellen Rollenbildern von Mann und Frau. Der Mann als „Beschützer und Ernährer“ hat ein spezielles Selbstbildnis von sich. Wir empfinden Hilfe eher als Bedrohung unserer Identität, die ja durch Stärke und Unabhängigkeit geprägt sein soll. Deshalb ignorieren wir auch offensichtliche Warnzeichen eher und nehmen Vorsorgeuntersuchungen seltener wahr. Und eine zu spät erkannte Krebserkrankung führt natürlich zu einer niedrigeren Überlebensrate. Auch das männliche Hormon Testosteron scheint einige Krankheiten zu begünstigen. Dagegen schützt das weibliche Hormon Östrogen eher die Organe der
Frauen.
Also was tun, meine Herren?
Wenn wir schon auf genetisch-biologischer Ebene benachteiligt sind, was unsere Lebenserwartung betrifft, sollten wir uns zumindest über diejenigen Dinge Gedanken machen, von
denen wir heute, neben der Vermeidung eines riskanten Lebensstils, sicher wissen, dass sie unsere Lebenszeit verlängern können.
- Menschen, die in Partnerschaften leben, egal welcher Art, profitieren von ihrem geregelten Lebensstil und der gegenseitigen Absicherung und Unterstützung. Ungesunde Gewohnheiten und riskanteres Verhalten werden weniger. Man(n) unterliegt einer fürsorglichen und sozialen Kontrolle.
- Mit Menschen zusammen sein, gemeinsam Dinge erleben, Freundschaften pflegen.
- „Runter vom Ross“ und Präventions- und Betriebssportangebote sowie Vorsorgeuntersuchungen unbedingt wahrnehmen. Check-Ups als Kassenleistung gehen schon ab 35 Jahren los. Ganz wichtig sind für uns ab dem 45. Lebensjahr die Prostatakrebs- und ab 50 die Darmkrebsvorsorge.
- In die Gesundheit, trotz Krankenversicherung, auch etwas investieren wollen, denn Gesundheit ist zwar nicht alles… aber alles ist nichts ohne Gesundheit.
