Erkältung und Sport

Dez. 2025

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Die sportliche Wintersaison beginnt. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen und die Luft wird trockener. Damit erhöht sich das Risiko für Erkältungen. Haben sich dann Schnupfen, Halsschmerzen und vielleicht auch Husten entwickelt, ist nicht nur die Freude am Sport vorbei, sondern es kann, bei weiterer Belastung, für den Körper auch gefährlich werden.

Die allermeisten Erkältungen werden durch Viren verursacht, sind ungefährlich und heilen in der Regel folgenlos wieder ab. Allerdings sollte man das körpereigene Immunsystem nicht überstrapazieren und sich deshalb in solchen Situationen schonen – und auf jeden Fall eine Sportpause einlegen. Den Hobbysportlern unter uns macht das erst einmal nicht viel aus. Dann setzt man eben mal aus. Aber wie geht es da den Athletinnen und Athleten, die sich keine Sportpause gönnen wollen, weil beispielsweise wichtige Wettkämpfe anstehen? Fragen wir hierzu doch einfach eine der deutschen Topläuferinnen aus Ulm. Frau Prof. Dr. Verena Cerna wird noch in diesem Jahr, am 7. Dezember, bei der Weltmeisterschaft über 50 Kilometer in Indien antreten.

Dr. Mark Dorfmüller: Lauftraining bei kühlem Schmuddelwetter. Wie geht das, ohne sich dabei eine Erkältung einzufangen?
Prof. Dr. Verena Cerna: Das Wichtigste ist, nicht ausgekühlt zu starten und auch nicht ausgekühlt zu enden. Ich mache deshalb vor dem Lauf drinnen ein paar kurze
Mobilisationsübungen – so ist der Körper bereits aktiviert, bevor ich überhaupt nach draußen gehe. Dann laufe ich direkt los, ohne lange im Kalten zu stehen. Und nach dem Training heißt es: sofort raus aus der nassen Kleidung. Gerade dieser schnelle Wechsel hilft enorm, eine Erkältung zu vermeiden.

Macht es Sinn bei kalter Luft mit Kopf oder Mundschutz zu laufen?
Einen Mundschutz nutze ich nicht – er würde beim Atmen nur behindern. Bei Wintersportprofis im Skilanglauf, die oft unter extrem kalten Bedingungen trainieren, sieht man auch keinen Mundschutz. Stattdessen setze ich auf Stirnband und einen dünnen Schlauchschal, beides im Winter für mich unverzichtbar. Wenn es richtig eisig ist, passe ich mein Tempo an, und intensive Intervalle verlege ich lieber aufs Laufband – so werden die Bronchien geschont.

Sollte man sich bei Kälte besser vor dem Lauf aufwärmen?
Ja, absolut. Bevor ich nach draußen gehe, mobilisiere ich meinen Körper – ein paar Minuten reichen bereits. Bei Kälte ist das Aufwärmen noch wichtiger als bei warmem Wetter, denn so startet man viel geschmeidiger und senkt das Verletzungs- und Erkältungsrisiko.

Wie wichtig ist für Sie die richtige Laufbekleidung, worauf sollte man achten?
Im Winter ist die richtige Laufbekleidung fast genauso wichtig wie das Training. Mein Motto: leicht fröstelnd loslaufen ist perfekt. Ich laufe nach dem Zwiebelprinzip – mehrere dünne Schichten, die wärmen, aber nicht zu warm sind. Ganz besonders achte ich darauf, dass Hände, Kopf und Ohren gut eingepackt sind – den Hals vergesse ich dabei auch nicht.

Und wenn dann doch mal der Hals kratzt?
Ein Kratzen im Hals ist für mich ein Warnsignal. Ich reduziere die Trainingsintensität und weiche auf alternatives Training aus – gerade im Winter, wenn der Körper draußen zusätzlich durch Kälte und Wetter belastet wird. Dazu nutze ich zum Beispiel Aquajogging oder die Rolle. Lieber einmal eine Laufeinheit ausfallen lassen und auf alternatives Training ausweichen, als eine Erkältung zu riskieren, besonders vor einem wichtigen Wettkampf.

Wir wünschen eine erfolgreiche und vor allem erkältungs- und verletzungsfreie Vorbereitung für die Weltmeisterschaft.
Vielen Dank für die guten Wünsche! Ich freue mich sehr auf die Weltmeisterschaft und hoffe, dass die Vorbereitung auch weiterhin gesund, verletzungsfrei und erfolgreich verläuft.