Fit durch die Skisaison

Jan. 2026

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Am Freitag auf’d Nacht montier ‚i die Schi…. Ja, wer kennt ihn nicht, den unsterblichen Skischlager aus den 70ern von Wolfgang Ambros.

Der österreichische Sänger hat es schon in den 1970er Jahren auf den Punkt gebracht: Das alpine Skifahren zählt zu den beliebtesten Wintersportarten in Europa und der Welt. Gleichzeitig gehört es auch zu den sportlichen Aktivitäten mit einem hohen Verletzungsrisiko, vor allem bei Freizeit- aber auch bei sportlich ambitionierten Skifahrern.

Muss man sich jetzt einfach damit abfinden ein hohes gesundheitliches Risiko für diesen beliebten Schneesport einzugehen, oder gibt es Möglichkeiten dieses Verletzungsrisiko so klein wie möglich zu halten?

Die Unfälle auf der Piste in Zahlen

Die Verletzungsstatistik könnte zunächst mal etwas entmutigen. In der vergangenen Wintersaison mussten in Deutschland knapp 50.000 Skisportlerinnen und Skisportler nach Pistenverletzungen ärztlich behandelt werden – knapp über 7000 Menschen davon sogar stationär. Knieverletzungen dominieren dabei weiterhin und machen bei aktuellen Auswertungen über 27 Prozent aller Verletzungen aus. Frauen sind dabei mit 38 Prozent stärker betroffen als Männer (etwa 19 Prozent). Weitere häufig verletzte Körperregionen sind dann die Schultern und Oberarme, gefolgt vom Kopf und der Wirbelsäule. Der wesentliche Verletzungsgrund ist mit 80 bis 90 Prozent der selbstverschuldete Sturz, gefolgt von Kollisionen mit anderen Mitfahrern, die dann häufig den schwereren Verletzungsanteil ausmachen.
Viele Verletzungen entstehen allerdings nicht bei hoher Geschwindigkeit, sondern durch mangelnde Aufwärmroutine, eine unzureichende körperliche Fitness und Koordinationsfähigkeit, einsetzende körperliche Ermüdung sowie Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten.

Was sind nun die wichtigsten präventiven Maßnahmen um gesund durch die Skisaison zu rutschen? Vier Faktoren spielen dabei eine zentrale Rolle:

Körperliche Vorbereitung
Schon 15 Minuten gezielte muskuläre Vorbereitung – der Sportmediziner spricht von gesteigerter neuromuskulärer Ansteuerung – können das Verletzungsrisiko beim Skifahren deutlich senken. Ein kurzes, gezieltes Aufwärmprogramm vor der ersten Abfahrt könnte folgendermaßen aussehen:

  • 5–10 Minuten allgemeines Aufwärmen (zum Beispiel lockeres Joggen am Ort, Seilspringen)
  • Dynamisches Dehnen vor dem Skitag mit Mobilisationsübungen für Hüfte, Knöchel und der Wirbelsäule.
  • Skispezifische Bewegungen (leichte Ausfallschritte, Hüftkreisen, leichte Balanceübungen.

Ziel: ist eine stabile, kräftige Muskulatur zur Reduktion von „Kaltstart-Unfällen“.

Ermüdungsmanagement

Ermüdung führt zu einer verminderten Reaktionsgeschwindigkeit, reduzierter Gelenkstabilität und fehlerhaften Bewegungsmustern. Deshalb sollten lange Skitage ohne Pausen vermieden werden. Dabei immer wieder an die -alkoholfreie- Trinkpause denken, um Dehydratation zu vermeiden. Und am Ende des Skinachmittags auf die letzte (Tal)-Abfahrt verzichten.

Es ist leidig bekannt, dass bereits geringe Blutalkoholkonzentrationen zu messbaren Defiziten in der Reaktionszeit und der allgemeinen Koordination führen. Nach Studienlage trinken 20 bis 30 Prozent der Freizeitskifahrerinnen und Skifahrer am Skitag Alkohol und gefährden dabei sich und andere Skifahrer.

Die Ausrüstung spielt eine zentrale Rolle in der Verletzungsprävention. Sie wirkt zwar nicht isoliert, sondern vor allem im Zusammenspiel mit Fahrkönnen, Ermüdung und dem eigenen Verhalten auf der Piste.

Ausrüstung und Technik

Deshalb gilt:

  • Helm als Standard immer tragen
  • Bindung korrekt einstellen lassen – eher leichter als zu fest einstellen
  • gut sitzende Skischuhe für Komfort und Kontrolle
  • Immer beste Sicht durch eine passende Skibrille bei wechselnden Lichtbedingungen
  • Rückenprotektoren bei höherem Tempo und in (Snow)-Funparks

Jedoch die beste Ausrüstung kompensiert keine schlechte Vorbereitung, Ermüdung oder die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten.

Wer vorbereitet, stabil und beweglich, ausgeruht und nüchtern auf die Piste geht, reduziert nicht nur sein Verletzungsrisiko, sondern steigert auch Sicherheit, Fahrqualität und langfristige Freude am Skisport.